
Mein Urlaub ist genehmigt. In der 30. Kalenderwoche geht es los!
Micha hat mir geschrieben, dass er Überstunden hat und mitkommen kann. Das ist kein Zufall. Ich glaube nicht an Zufälle. Es ist also offiziell. Wir wollen mit den Fahrrädern nach Polen fahren, um eine Wallfahrt nach Tschenstochau zu machen.
Wer mit wem dahin fährt?
Ihr kennt mich ja: Ora et curre – bete und laufe – ist mein Motto. In letzter Zeit konnte ich dem nicht so viel nachgehen. Laufen: Grundsätzlich wegen des Bandscheibenvorfalls, der mich seit drei Jahren plagt und mir immer wieder nicht erlaubt, meiner Leidenschaft nachzugehen.
Beten … hmm, ich weiß nicht. Es ist gerade eine trockene Zeit in meinem Gebetsleben. Ich versuche einfach, durchzukommen, und das Minimalste zu tun, um meine Beziehung zu Gott zu pflegen.
Mit solchen Vorbedingungen starte ich das Projekt „Wallfahrt nach Tschenstochau”. Da ich kein guter Fahrradfahrer bin, brauche ich Hilfe, und dafür eignet sich mein Freund Micha am besten, der einfach Fahrrad verrückt ist. Er hat schon mehrere Ultramarathons mit dem Gravelbike gefahren und kennt sich bestens aus. In diesem Fall kann man sagen, dass er mich eigentlich mitnimmt.
Was ist Tschenstochau und warum dorthin?
Tschenstochau ist das wichtigste Marienwallfahrtsziel Polens. Im Kloster Jasna Góra (Heller Berg) befindet sich die Ikone der Schwarzen Madonna, ein Gnadenbild. Das heißt, dort geschehen seit Jahrhunderten viele Wunder. Dieser Ort zieht jährlich Millionen Besucher an und ist nicht nur religiös, sondern auch national von großer Bedeutung. Man kann fast sagen, dass es ein Pflichtbesuchsort für jeden Katholiken in meiner Heimat ist.
Und ich war dort – noch nie!
Interessanterweise kommt mein fahrradverrückter Freund aus der unmittelbaren Nähe von Tschenstochau.
Deswegen spukt mir schon lange der Gedanke im Hinterkopf herum, mit ihm dorthin zu fahren und meine „Pflicht zu erfüllen”. Wenn, dann aber richtig: mit dem Fahrrad.
Ziel, Plan, Gesundheit und Fitnesszustand
Ende Juli ist es so weit. Wir planen, die Strecke von ca. 800–900 km in maximal fünf Tagen zu fahren, was maximal 180 km pro Tag ergibt. Dafür muss ich jetzt aber hart trainieren. Auch die Ausrüstung ist eine Herausforderung: Ich besitze gerade ein Gravelbike. Das ist schon gut, aber für so eine lange Strecke muss ich noch viel mehr Equipment besorgen, z. B. Taschen, Reparatur-Sets usw.
Die längste Strecke, die ich bisher selbstständig gefahren bin, liegt bei ca. 60 km. Ich möchte sie unbedingt wöchentlich erhöhen, um auf die geplanten 180 km zu kommen. Im Sommer muss ich diese Belastung dann mehrmals pro Woche trainieren.
Die größte Herausforderung wird meine Bandscheibe sein, die mir seit drei Jahren Probleme bereitet. Ich kann zwar Fahrrad fahren, aber ich kann die Übungen nicht im vollen Bewegungsumfang ausführen. Manchmal tut es danach richtig weh, ab und zu geht es. Das ist übrigens ein guter Grund, warum ich mich jetzt aufs Radfahren konzentriere und das Laufen ein bisschen in den Hintergrund stelle.
Das werde ich in der Vorbereitungszeit gemeinsam mit Orthopäden und Physiotherapeuten intensiver angehen.
Ich bin gespannt, was mich in den kommenden Trainingswochen erwartet. Ich halte euch auf dem Laufenden.
Foto von Nathan Dumlao auf Unsplash